Copilot auf LG- und Samsung-TVs endet am 1. Dezember 2026
Microsoft stellt Copilot auf LG- und Samsung-Smart-TVs zum 1. Dezember 2026 ein. Bekannt wurde das Ende durch eine Bildschirmnachricht auf LG-Fernsehern mit webOS und eine Aktualisierung der Microsoft-Supportseite. Der Termin ist damit konkreter als ein bloßes Aus „bis Ende 2026“: Bereits zu Beginn des Dezembers endet der Dienst auf den betroffenen Fernsehern.
Der Rückzug passt zu Microsofts veränderter Ausrichtung. Copilot soll stärker bei Produktivität und Geschäftsanwendungen helfen. Der Fernseher als Einsatzort für einen persönlichen KI-Begleiter verliert dabei seinen Platz. Technisch ist das eine wichtige Unterscheidung: Eingestellt wird ein bestimmter Dienst auf zwei TV-Plattformen. Daraus lässt sich kein allgemeines Ende von KI-Funktionen im Wohnzimmer ableiten.
Was der Abschalttermin tatsächlich bedeutet
Microsoft beendet den Copilot-Dienst auf den Smart-TVs. Das ist mehr als die Ankündigung, eine App künftig nicht weiterzuentwickeln. Ein Entwicklungsstopp würde zunächst nur bedeuten, dass keine neuen Funktionen mehr hinzukommen. Die Einstellung eines Dienstes betrifft dagegen dessen weitere Nutzung. Für Copilot auf LG- und Samsung-TVs ist deshalb der 1. Dezember die entscheidende Grenze.
Davon zu trennen ist die Darstellung auf dem Fernseher. Ob eine Kachel verschwindet, ein Menüeintrag bestehen bleibt oder beim Öffnen ein Hinweis angezeigt wird, ist eine Frage der jeweiligen Oberfläche. Der Abschalttermin allein beantwortet das nicht. Ein noch sichtbares Symbol wäre jedenfalls kein Beleg dafür, dass der zugehörige Dienst weiterhin verfügbar ist.
Ebenso wenig ist die Meldung eine Ankündigung, dass webOS oder die gesamte Software eines Samsung-Fernsehers ihren Support verlieren. Der Umfang ist enger: Er betrifft Microsofts Copilot-Angebot auf diesen Geräten. Andere Funktionen des Fernsehers müssen getrennt betrachtet werden.
Der TV-Einbau war Teil einer breiteren KI-Strategie
Die Partnerschaften zur Integration von Copilot in Fernseher von LG und Samsung wurden auf der CES 2025 angekündigt. Microsoft wollte seinen Assistenten damit auf weitere Consumer-Geräte bringen. Der Fernseher war ein zusätzlicher Zugangspunkt für die KI, abseits des klassischen Arbeitsumfelds.
Dieser Ansatz setzt voraus, dass ein Assistent auch an diesem Zugangspunkt einen nachvollziehbaren Nutzen bietet. Die bloße Verfügbarkeit auf einem großen Bildschirm löst noch keine konkrete Aufgabe. Eine Integration braucht einen Anlass, sie zu öffnen, und eine Bedienung, die zur jeweiligen Situation passt. Das ist eine technische und gestalterische Anforderung, keine Frage der Bildschirmgröße.
Mit der stärkeren Konzentration auf Produktivität und Geschäftsanwendungen zieht Microsoft den Einsatzbereich nun enger. Der TV-Rückzug passt zu dieser Neuausrichtung. Er belegt aber weder, dass jede KI-Anwendung auf Fernsehern scheitert, noch dass alle Hersteller denselben Weg einschlagen.
Installation und Dienst sind zwei verschiedene Ebenen
Bei LG kam ein weiteres Problem hinzu. Die Copilot-App wurde zunächst ohne gesonderte Auswahlmöglichkeit installiert und ließ sich anfangs nicht entfernen. Dagegen gab es Kritik von Nutzern. Sie richtete sich damit auch gegen die Kontrolle über die eigene TV-Oberfläche.
Hier lohnt die saubere Trennung: Eine App entfernen zu können und einen Dienst weiter nutzen zu können, sind unterschiedliche Dinge. Die erste Frage betrifft die Verwaltung des Geräts. Die zweite betrifft den Betrieb des Angebots. Selbst eine frei entfernbare Anwendung kann später ihren Dienst verlieren. Umgekehrt macht eine dauerhaft sichtbare Anwendung einen eingestellten Dienst nicht wieder nutzbar.
Die Kritik gehört zur Geschichte des Rückzugs. Wie stark sie gegenüber der strategischen Neuausrichtung gewichtet wurde, lässt sich daraus jedoch nicht beziffern. Die einfache Erzählung, allein die Beschwerden hätten die Abschaltung ausgelöst, geht zu weit.
Weniger Wohnzimmer, klarerer Einsatzbereich
Für Besitzer der betroffenen Fernseher ist die praktische Konsequenz überschaubar: Wer Copilot dort nutzt, muss mit dem Ende zum 1. Dezember 2026 planen. Wer den Assistenten nicht verwendet, sollte die Meldung nicht mit einem allgemeinen Support-Ende seines Fernsehers verwechseln.
Der Fall macht eine Grenze solcher Geräteintegrationen greifbar. Eine bei der Vorstellung angekündigte Funktion ist keine Zusage für einen ebenso langen Betrieb wie den des Fernsehers selbst. Bei Copilot endet der TV-Einsatz, während Microsoft seinen Schwerpunkt auf andere Aufgaben verlagert. Für die Bewertung eines Smart-TVs zählt deshalb, welche Funktionen im Alltag gebraucht werden – und welche davon an einem zusätzlich betriebenen Dienst hängen.


