Technik

Razer Clio X macht das schräge Lautsprecher-Kopfkissen etwas vernünftiger

Razer legt beim Clio nach. Mit dem Clio X kommt eine günstigere Version des Lautsprecher-Kopfkissens für Computer- und Gaming-Stühle. Das Prinzip bleibt gleich: ein Kopfpolster mit integrierten drahtlosen Lautsprechern, das direkt am Stuhl sitzt und den Ton nah an die Ohren bringt.

Die Idee war von Anfang an ziemlich speziell. Der normale Razer Clio zielte mit THX Spatial Audio, 43-mm-Full-Range-Treibern, HyperSpeed Wireless, Bluetooth und 14 Stunden Akkulaufzeit klar auf Enthusiasten. Technisch war das sauber aufgestellt. Im Alltag blieb trotzdem die Frage, wie viele Menschen für ein Audio-Accessoire am Stuhl wirklich viel Geld ausgeben wollen.

Genau da setzt das Clio X an. Razer versucht das Konzept nicht neu zu erfinden, sondern preislich näher an ein Produkt zu schieben, das man sich eher als Zusatz für ein bestehendes Setup kauft. Das ist der klügere Schritt. Denn das Problem der Clio-Reihe war nie nur die Technik. Es war die Hürde im Kopf: Ein Lautsprecher im Nackenbereich ist erklärungsbedürftig und wirkt schnell wie ein Luxus-Gimmick.

Für wen ist so etwas überhaupt gedacht? Vor allem für Nutzer, die keinen Kopfhörer tragen wollen, aber trotzdem näheren, direkteren Klang als über Schreibtischlautsprecher möchten. Also etwa beim Gaming am Abend, bei Filmen am PC oder in Setups, in denen kein Platz für ein größeres Lautsprechersystem ist. Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Sound sitzt nah am Kopf, ohne dass man etwas auf den Ohren hat.

Der Nachteil bleibt aber auch bei einer günstigeren Version derselbe. Das Produkt hängt stark am Stuhl. Wer keinen passenden Computer- oder Gaming-Stuhl nutzt, hat von der Idee wenig. Dazu kommt: So ein Headrest-Speaker ist klar ein Solo-Produkt. Für Musik im Raum oder für gemeinsames Schauen taugt das Konzept kaum.

Interessant ist der Schritt trotzdem, weil er gut zu Razers Hardware-Strategie passt. Das Unternehmen sucht seit Jahren nach Zubehör, das klassische PC-Peripherie verlässt und das Setup als Gesamterlebnis verkauft. Der Clio X passt genau in diese Linie. Er ist kein Massenprodukt. Er ist ein Versuch, aus einem auffälligen Nischenkonzept etwas zu machen, das weniger nach Messe-Demo und mehr nach echter Kaufoption aussieht.

Ob das reicht, hängt am Preis und an der Alltagstauglichkeit. Das Grundproblem des Produkts verschwindet nicht: Viele Nutzer greifen bei direktem Sound lieber zu einem Headset oder zu kompakten Boxen. Aber wenn Razer die Einstiegshürde senkt, wird aus dem kuriosen Clio zumindest ein Produkt, das man nicht sofort als überteuerten Sonderfall abtun muss.