Warum SpaceX und KI-Riesen in der Altersvorsorge zum Klumpenrisiko werden
Die Debatte klingt erst mal nach einer sehr speziellen Frage: Wie bekommt man SpaceX oder andere Elon-Musk-Firmen aus der eigenen Altersvorsorge? Tatsächlich führt sie direkt zu einem viel größeren Problem. Viele Sparer glauben, ein breiter Indexfonds streue ihr Risiko automatisch sauber. Das stimmt nur noch bedingt.
Der Hintergrund: In großen Marktindizes haben sich einige wenige Tech- und KI-nahe Titel so stark aufgebläht, dass sie einen riesigen Teil des Gesamtgewichts ausmachen. Wenn ein kleiner Kreis von Aktien fast den halben Indexwert prägt, ist das keine echte Breite mehr. Dann hängt die Altersvorsorge stärker an einem Modethema, als vielen bewusst ist.
Genau dort wird die Frage nach SpaceX interessant. Denn wer bestimmte Firmen oder Gründer aus ethischen, politischen oder finanziellen Gründen ausschließen will, merkt schnell: In Standardprodukten lässt sich das kaum präzise steuern. Wer einfach einen marktbreiten Fonds kauft, übernimmt die Gewichtung des Marktes. Und der Markt hat Tech in den vergangenen Jahren massiv nach oben gezogen.
Für Anleger ist das unbequem. Indexfonds gelten als einfache, günstige und vernünftige Lösung. Das bleibt in vielen Fällen auch richtig. Nur sollte niemand so tun, als seien diese Produkte automatisch neutral. Sie bilden Macht, Größe und Kursanstiege nach. Wenn wenige Gewinner immer größer werden, wächst das Klumpenrisiko im Fonds gleich mit.
Das betrifft nicht nur Leute, die explizit gegen Musk-Firmen investieren wollen. Es betrifft jeden, dessen Rentenkonto still auf die Dauerhausse bei KI und Mega-Tech setzt. Fällt dieses Segment hart, schlägt das direkt auf Fonds durch, die eigentlich als solide Basis für langfristiges Sparen gedacht sind.
Die praktische Folge ist klar: Wer mehr Kontrolle will, braucht mehr Auswahl als den Standard-Index. Das kann über andere Fondsansätze, strengere Ausschlusskriterien oder breiter gestreute Strategien laufen. Der Preis dafür ist meist ebenfalls klar: mehr Komplexität, manchmal höhere Kosten und oft ein stärkeres Abweichen von den großen Vergleichsindizes.
Der eigentliche Lerneffekt liegt woanders. Die bequemste Form des Investierens ist nicht automatisch die ausgewogenste. Wenn KI-Aktien und andere Tech-Schwergewichte den Takt vorgeben, dann kaufen viele Sparer kein neutrales Abbild der Wirtschaft mehr. Sie kaufen eine Wette auf die größten Gewinner der vergangenen Jahre. Das kann weiter gutgehen. Es ist aber keine risikolose Routine.


