Disney+ wird wieder teurer – und das Ad-freie Abo verliert seinen alten Vorteil
Disney zieht bei seinem Streamingdienst die Preise erneut an. In den USA steigt das werbefreie Disney+ Premium von 18,99 auf 21,49 Dollar pro Monat. Auch Hulu Premium wird auf 21,49 Dollar angehoben. Das ist kein kleiner Aufschlag mehr, sondern ein klares Signal: Wer ohne Werbung schauen will, zahlt inzwischen einen echten Premiumpreis.
Besonders auffällig ist der Abstand zum Start von Disney+ im Jahr 2019. Damals lag der Monatspreis bei 6,99 Dollar. Mit 21,49 Dollar kostet das werbefreie Abo jetzt mehr als das Dreifache. Für einen Dienst, der einst mit vergleichsweise günstigen Familienpreisen in den Markt ging, ist das eine harte Verschiebung.
Auch die günstigeren Tarife bleiben nicht verschont. Der werbefinanzierte Plan steigt auf 12,49 Dollar im Monat. Damit wird das bekannte Muster der Streamingbranche fortgesetzt: Die Version mit Werbung wird als neuer Einstieg gesetzt, während das klassische Abo ohne Werbung immer weiter nach oben wandert.
Genau darin liegt die eigentliche Bedeutung dieser Preiserhöhung. Disney verkauft nicht mehr einfach Zugang zu Filmen und Serien. Der Konzern verkauft Ruhe. Wer keine Werbeunterbrechungen will, zahlt deutlich mehr. Das verändert das frühere Versprechen des Streamings, das einmal als klare und einfache Alternative zum Kabelpaket gestartet war.
Für Kunden ist das doppelt ärgerlich. Erstens steigen die Preise in kurzer Folge. Zweitens verschwindet die frühere Kalkulierbarkeit. Wer mehrere Dienste parallel nutzt, landet schnell wieder bei Monatskosten, die an alte Pay-TV-Zeiten erinnern. Der Unterschied: Heute verteilt sich die Rechnung auf viele einzelne Abbuchungen.
Hinzu kommt ein unschöner Widerspruch. Selbst in teureren Tarifen können bei ausgewählten Live-Inhalten weiterhin Anzeigen laufen. Wer also für „werbefrei“ bezahlt, bekommt nicht in jeder Situation wirklich eine komplett werbefreie Erfahrung. Das kratzt am Wertversprechen solcher Premiumstufen.
Aus Sicht von Disney ist der Schritt leicht zu erklären. Streaming soll profitabler werden, und Preiserhöhungen sind der direkteste Hebel. Der Konzern testet seit Jahren, wie weit sich der Preis für bekannte Marken wie Marvel, Star Wars, Pixar und das klassische Disney-Archiv nach oben schieben lässt. Offenbar lautet die Antwort: weiter als noch vor wenigen Jahren gedacht.
Für den Markt ist das ein weiteres Zeichen, dass Streaming seine Billigphase hinter sich gelassen hat. Die Dienste bewegen sich weg vom Wachstumsmodus und hin zu einem Modell, das Ertrag pro Kunde maximiert. Für Nutzer heißt das: stärker auswählen, öfter kündigen, bewusster rotieren. Wer alles sehen will, zahlt inzwischen einen Luxusaufschlag.


