Faulschlamm im Gartenteich

Wenn Faulschlamm im Gartenteich Sauerstoff zieht
Sauerstoff ist für Land- und Wassertiere sowie auch Pflanzen (in der Nacht) wichtig und muss demnach in der Luft oder dem Wasser enthalten sein. Es gibt hierbei vor allem Wassertiere, die wirklich mit wenig Sauerstoff auskommen. Viele Wassertiere haben einen Stoffwechsel, der nicht wie bei Säugern viel Energie und somit auch Sauerstoff verbraucht. Dennoch muss für jede Tierart wenigstens eine gewisse Sauerstoffmenge vorhanden sein, damit sie nicht leidet oder stirbt.
Faulschlamm bildet sich, wenn zu viel Biomasse im Gartenteich entsteht oder hinein weht, ohne entfernt zu werden. Das Zersetzen zieht Sauerstoff und dadurch werden sich die aroben Bakterien, die diesen Sauerstoff benötigen, zurück ziehen. Diese zersetzen die Biomasse jedoch auf die bessere Weise und der Faulschlamm bildet sich erst gar nicht. Mit zu viel Biomasse im Teich fehlt jedoch der Sauerstoff und die anaroben Bakterien, die ohne Sauerstoff auskommen, setzen sich durch. Sie bilden ihre Lebensgrundlage dabei selber: Die Biomasse kann nicht sauber abgebaut werden, es bildet sich ein Faulschlamm, der den Sauerstoff zehrt und Giftstoffe frei setzt. Damit verschwinden die letzten aroben Bakterien nach und nach bis dann kein Sauerstoff im Teich ist und das Leben in diesem umkippt. Fische und Pflanzen sterben und Algenblüten können allem den Rest geben.
Die laufende Teichpflege ist deswegen sehr wichtig. Am einfachsten ist es, wenn man sozusagen seinen Teichkalender über den Jahresverlauf abarbeitet. Viele Arbeiten wiederholen sich jedes Jahr oder die Arbeiten sollten immer in einer gewissen Zeit im Jahresverlauf stattfinden, wenn sie nur alle paar Jahre verrichtet werden. Mit einem Blick auf den Teichkalender sieht selbst der Anfänger, welche Schritte gerade anstehen und welche noch warten müssen.

Neben den laufenden Pflegearbeiten kann ein Teich natürlich auch stabilisiert werden. Nährstoffziehende Wasserpflanzen sind immer gut. Kalkhaltige Steine sollten aus dem Teich oder dem Teichrand entfernt werden. Am Teichrand sollten die Pflanzen nicht mit Düngemitteln gedüngt werden, da diese mit dem Regen im Teich landen und Algen hervorbringen werden. Weiterhin sollte eine Teichpumpe das Wasser laufend durch einen Filter umwälzen. Je nach Teichgröße wäre die entsprechende Technik zu wählen. Im Herbst kann ein Netz über den Teich gespannt werden, um Laub abzuhalten, die abgestorbene Biomasse der Teichpflanzen wäre zu entfernen und es kann mit einem Teichsauger der Schlamm abgesaugt werden. Dieses ist sogar notwendig, um die Tiefe im Teich zu erhalten.
Es gibt allerdings noch einige Wasserzusätze, die nicht als Giftstoffe unerwünschtes Leben abtöten. Es gibt z.B. einige halbgiftigen Mittel gegen Algen, damit das Wasser klarer wird, die in zu hoher Dosis nicht nur die Algen töten. Auch wenn „unbedenklich“ auf der Verpackung steht, sollte immer erst einmal nur ein Zehntel der errechneten Dosis probiert werden. Schöner ist es jedoch, wenn das erwünschte Leben gestärkt wird und sich das unerwünschte Leben gar nicht erst bildet. Das ist zudem der sicherere Weg.

Speziell gegen die Bildung von Faulschlamm kann es helfen, die aroben Bakterien zu unterstützten. Es kann z.B. der Teichzusatz Femanga Bakto O2 + FE verwendet werden.
Über die warme Jahreszeit kann man etwas geizen aber vor dem Winter sollte dieser Zusatz verwendet werden, wenn vermutet wird, dass der Sauerstoff knapp werden könnte. Gerade vor dem Winter stirbt viel Biomasse im Teich ab oder gelangt von außen in diesen. Die aroben Bakterien werden unterstützt, um gerade vor dem Winter die Biomasse sauber umzuwandeln. Zum anderen wird jedoch Eisen gegeben, welches auch für viele Teichbewohner in deren Blut den Sauerstoff bindet und damit transportieren kann. Auch für Pflanzen ist Eisen sehr wichtig. Eisen oxidiert jedoch sehr schnell und ist dann unbrauchbar. Deswegen wird er in vielen Präparaten gebunden, um langsamer frei gesetzt zu werden. Der Zusatz, der Eisen enthält, kann allerdings auch regelmäßiger mit entsprechend kleinerer Dosis gegeben werden.

Gerade bei Problemteichen, in denen wirklich jedes Jahr die gleichen Probleme in der entsprechenden Jahreszeit auftauchen, sollte geprüft werden: Gibt es eine Ursache, die vielleicht ausgeschaltet werden kann? Zu hoher Fischbesatz mit entsprechend hoher Futtermenge? Entfernbarer Laubbaum? Kalksteine oder Kalkdünger im oder am Gartenteich? Oder eben Sauerstoffarmut mit Faulschlammbildung?

Lässt sich die Ursache nicht lokalisieren oder beseitigen, können die richtigen sowie richtig dosierten Wasserzusätze den entscheidenden Unterschied machen. Viele Präparate machen in der Gesamtkostenbilanz keinen erheblichen Unterschied oder machen anderen Aufwand in der Teichpflege überflüssig und machen sich damit sogar bezahlt.

 

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