Keime im Aquarium

Wie halte ich die Keimdichte im unteren Rahmen?

Der Begriff Keime umfasst mehrere Bereiche. Somit haben Saatkörner eine Keimzelle, das wäre hier nicht gemeint. Es geht vielmehr um Viren, Bakterien, Pilze, Algen usw. als Kleinstlebewesen im Aquarium. Die Bakterien wären hierbei nicht als Einzige zum Teil lebenswichtig oder eben schädlich bis sogar tödlich. In einem normalen Aquarium finden sich immer viele positive sowie negative Keime. Das Becken ist solange stabil, wie die negativen Keime nicht explodieren sondern entweder die dazu nötigen Bedingungen nicht vorfinden oder zudem gebremst werden. Selbst bei einem regelmäßigen Wasserwechsel, bei dem gutes Wasser nachgefüllt wird, können die Keime irgendwann überhand nehmen. Wenn sich im Bodengrund organische Reste und vor allem Futterreste sammeln oder ein größeres Tier längere Zeit unentdeckt verwest, kommt der Punkt, an dem es für andere Lebewesen kritisch bis tödlich wird. Auch wenn zu viel organische Materie zu schnell abstirbt und zersetzt wird oder mit gewissen Nährstoffen und dem dazu kommendem Lichteinfall Algen sich explosionsartig mehren können, kann das Becken umkippen. Teils ist der kritische Punkt, wenn die Algen absterben und zersetzt werden. Deswegen muss etwas mehr gemacht werden, als die Zeituhr für die Beleuchtung einzustellen, das Wasser zu temperieren und einen regelmäßigen Wasserwechsel zu machen.

Positive Keime nicht zerstören

Ein neu eingerichtetes Becken muss zuerst eingefahren werden. Im Wasser werden gewisse biologische Abläufe stattfinden, die einen Nitritpeak auslösen, der für alle Tiere tödlich endet. Es müssen sich erst Bakterien bilden, die den Nitritspiegel ausgleichen. Diese Bakterien bilden sich zum Großteil im Filter der Umwälzpumpe und werden dann Filterbakterien genannt.  Ohne diese wird das Becken nicht für Tiere als Lebensraum nutzbar sein. Ein alter Filter darf somit nicht einfach entnommen und gegen einen neuen ausgetauscht werden, wenn nicht der alte Filterschwamm in den neuen gesetzt wird. Sicherer ist es, beide über Wochen parallel laufen zu lassen und den alten dann zu ersetzen. Jedoch werden in der Regel nur Teile vom Filter ausgetauscht oder es wird eine andere Pumpe angeschlossen. Wichtig ist immer, auch bei Reinigungen, dass genügend Filterbakterien zurück bleiben und den Nitritpeak konstant vermeiden. Wer den Filter zu gründlich reinigt, kann seinem Becken Schaden zufügen.

Die schädlichen Keime in Schach halten

Wichtig ist, dass eine gewisse Beckenhygiene stattfindet. Es sollte nie zu viel absterbende organische Materie in eins anfallen sowie die regelmäßigen Wasserwechsel mit gutem Wasser vorzunehmen sind. Welches Wasser gut ist, entscheiden hierbei die Bewohner des Beckens, da diese teils weiches oder hartes Wasser benötigen oder bei Wirbellosen noch ein Aktivkohlefilter die Gifte, Metalle und Schwermetalle heraus holen muss. Weiterhin wäre wichtig, dass dort wo Futterreste usw. in den Bodengrund sickern, dieser ab und an ausgetauscht oder wenigstens der Schlamm abgesaugt wird. Im Allgemeinen ist knapp füttern und das entfernen größerer organischer Reste eine gute Vorgehensweise. Auch der Filter sollte ab und an gewartet werden, jedoch nicht zu gründlich. Gerade bei der Haltung von vielen Garnelen sollte nur eine niedrige Keimdichte entstehen können.

Die Keimdichte reduzieren

Mit Laub und Erlenzapfen

Laub bestimmter Bäume wie Eiche, Buche, Birke oder Seemandelbaumblätter und auch Erlenzapfen sollten im Herbst trocken und sauber gesammelt oder nach dem sammeln etwas gesäubert und getrocknet werden. Es kann auch alles im Handel erworben werden (Link zum Shop). Die Blätter werden immer wieder ins Becken gegeben wobei die alten Blätter spätestens entfernt werden, wenn sie sich zersetzen. Es wird Huminsäure abgegeben. Diese kann den PH Wert etwas absenken. Zudem werden Keime abgetötet oder vermehren sich weniger. Erlenzapfen haben zudem eine gute Wirkung gegen Pilzerkrankungen. Auch Schleimhauterkrankungen bei Fischen gehen zurück. (Ein Tierarzt sollte vielleicht dennoch befragt werden.) Wirbellosen fällt zudem die Häutung dank der in den Erlenzapfen enthaltenen Tannine leichter. Da auf dem Laub Aufwuchs gedeiht, dient es Algenfressern als Futterweide.

Der UVC Klärer

Das UVC Licht hat eine entscheidende Wirkung, um Keime aller Art zu töten. Wird es im Herbst düsterer, fängt vielleicht auch deswegen die Erkältungswelle an, da in der Luft weniger Viren getötet werden. Viel UVC Licht würde natürlich auch höheren Lebensformen sehr schaden. Zur Tötung von Keimen aller Art wird UVC Licht somit in geschlossenen Luft- und Wasserleitungen eingesetzt, in Räumen, in denen sich niemand aufhält oder im Gewächshaus für einige Sekunden auf den Pflanzen. Für die Aquarianer findet sich ein UVC Klärer, der zusätzlich zum Wasserfilter mit seiner Umwälzpumpe eingesetzt werden kann. Der UVC Klärer braucht eine Pumpe und läuft in der Regel nur einige Stunden am Tag. Er soll nicht alle Keime im Aquarium abtöten und kann ein umkippendes Becken nicht sanieren. Er trägt höchstens wie das Laub dazu bei, die Keimdichte zu reduzieren. Er hilft bei der Erhaltung eines gesunden Aquariums wie das Laub, er und das Laub werden jedoch nicht die notwendige Pflege und Wartung ersetzen.

Der UVC Klärer mindert nur die Keimdichte, des durchfließenden Wassers wobei das Laub Huminsäure abgibt, die überall dort wirkt, wo sie vom Wasser hin getragen wird.

Wie schlimm sind schädliche Aquariumkeime?

Es ist wie mit vielen Dingen des Lebens nicht pauschal zu sagen, wie schlimm Aquariumkeime sind, es kommt immer ganz auf die Aquarienbewohner an. Es gibt einige Aquariumtiere, die man kaum mit einem Hammer totschlagen kann und andere, die beim nächsten Windhauch dahin scheiden werden, um es überspitzt auszudrücken. Wer bereits regelmäßige Probleme hatte oder wenig erfahren ist, sollte eher strapazierfähige Tiere und nicht zu viele im Becken halten. Erfahrene Aquarianer wählen jedoch häufig empfindliche und schwerer zu haltende Tiere, da dieses ein besonderer Reiz ist. Für einige Arten ist die niedrige Keimdichte zudem wichtiger für die Brut als für die Adulten Tiere. Hier wäre z.B. der Zebrakrebs zu nennen.

 

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